Pressemitteilungen
Nr. 01/16

Berlin, 13. Januar 2016 – Heute hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Reform der Pflegeberufe verabschiedet. Zentrales Ziel ist es, die drei Ausbildungsgänge für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger zu einer generalisierten Pflegeausbildung zusammenzuführen. Ergänzend sollen weiterqualifizierende Studiengänge entstehen. Durch die Reform sind viele Pflegeschulen in ihrer Existenz bedroht und durch die Allround-Ausbildung besteht die Gefahr eines Kompetenzverlustes. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert die Inhalte der Ausbildungs- und Prüfungsordnung zeitnah vorzulegen, um die Auswirkungen des Reformvorhabens abschätzen zu können. Die besondere Rolle der Pflegeschulen in freier Trägerschaft ist bei der Gestaltung der Ausbildungsberufe zu berücksichtigen.

Für eine Stellungnahme zum vorgelegten Referentenentwurf im November hatten sämtliche Interessenvertreter lediglich zwei Wochen Zeit. Der VDP hat seine Einwände im Dezember – zusammen mit weiteren Verbänden – im Rahmen einer Anhörung geäußert. Diese wurden jedoch allesamt nicht berücksichtigt. Durch die Zusammenlegung der drei Ausbildungsberufe werden die speziellen Kompetenzen, die beispielsweise im Bereich der Altenpflege erforderlich sind, nicht mehr in ausreichendem Maße vermittelt. Die zukünftigen Pflegefachfrauen und -männer haben im Anschluss nicht das spezifische Wissen und Können, das für die jeweiligen Ausbildungsberufe erforderlich ist. Angesichts des bereits bestehenden Fachkräftemangels hätte das fatale Auswirkungen. „Im Hinblick auf den demografischen Wandel ist die Reform der falsche Weg. Eine fachgerechte Pflege in allen drei Bereichen muss auch zukünftig gewährleistet werden“, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

Die Zusammenlegung stellt eine große Bedrohung für viele Pflegeschulen in Deutschland dar. Dies trifft vor allem kleinere und mittlere Pflegeschulen außerhalb der Ballungsgebiete. Sie können das generalistische Pflegeausbildungskonzept nicht umsetzen. Die Pflegeschüler müssten zukünftig Praktika in allen drei Bereichen absolvieren. Dadurch wird es zu einer Überlastung in einzelnen Pflegebereichen kommen und besonders kleinere Ausbildungsbetriebe vor große organisatorische Hürden stellen, die sie davon abhalten könnten zukünftig auszubilden. Die konkreten Inhalte der neuen Ausbildung stehen noch nicht fest. „Der VDP fordert deshalb eine zeitnahe Veröffentlichung der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung, um Planungssicherheit bei den Pflegeschulen und den Trägern der praktischen Ausbildung zu garantieren“, so Dietmar Schlömp.

Auch die Finanzierung der neuen Ausbildung ist ungewiss. Freie Schulträger und Bildungseinrichtungen müssen dabei gleichwertig berücksichtigt werden, um die Kosten der schulischen Ausbildung realistisch einbringen zu können. Landesrechtliche Regelungen zur Finanzierung von Pflegeschulen in freier Trägerschaft müssen ebenfalls einbezogen werden. Auch die zukünftige Förderung der Umschulung in der Altenpflege ist unklar. Diese muss auch weiterhin vollumfänglich aus Mitteln der Bundeagentur für Arbeit garantiert werden. Es ist zwingend erforderlich, die Bedürfnisse und Kernkompetenzen der Pflegeschulen bei der Reform zu beachten, um eine fachgerechte Pflege für den steigenden Bedarf gewährleisten zu können“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.

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