Aus den Landesverbänden
Hatte im November 2011 der Ausbildungskonsens der Landesregierung und Sozialpartner in NRW vollmundig verkündet „Kein Abschluss ohne Anschluss“ und versprochen, die Zahlen der Schüler ohne Schulabschluss deutlich zu reduzieren, so fällt die Bilanz im Jahr eins nach Konsens ernüchternd aus. Die Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss ist sogar noch gestiegen: Im Sommer 2013 verließen in Nordrhein Westfalen 11 190 Schülerinnen und Schüler ohne  Hauptschulabschluss eine allgemeinbildende Schule. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt am 08.04. mitteilte, waren das 4,7 Prozent mehr als 2012 (10 691). Und diese jungen Schulabgänger ohne Schulabschluss sind gleichzeitig die Verlierer des Konjunkturmotors Bundesrepublik, wie der aktuelle Berufsbildungsbericht der Bundesregierung zeigt.

Nordrhein-Westfalen hatte im vergangenen Schuljahr damit begonnen, einen landesweiten und systematischen Übergang von der Schule in die Ausbildung einzuführen. „Zwar können nach einem Jahr und schrittweiser Umsetzung der Pläne keine Wunder erwartet werden, aber dennoch müssen sich die Verantwortlichen fragen lassen, wie es trotz Absichtserklärungen und Pakt zu steigenden Zahlen kommt“, sagt Petra Witt, Vorsitzende des Verbands Deutscher Privatschulen NRW.

Für Jugendliche ohne Schulabschluss und Altbewerber lässt sich kaum ein passendes Ausbildungsangebot finden, so Witt weiter. Daher fordert Witt, dass bei dem Übergang zu der von Land und Bund vorgesehenen Präventionspolitik mit Augenmaß gehandelt werden muss. „Jugendliche, die noch nicht ausbildungsreif sind, brauchen Unterstützung, um den Einstieg inAusbildung zu schaffen. Hier darf sich die öffentliche Hand nicht aus der Verantwortung ziehen und im Übergangsbereich weiter Mittel kürzen, solange eine großer Anzahl von jungen Menschennicht einmal den niedrigsten schulischen Abschluss erreicht.“ Angesichts der gestiegenen Zahlen sollte zudem noch einmal darüber nachgedacht werden, ob der Abschied von der vollzeitschulischen Ausbildung der Königsweg ist, forderte Witt. „Vielleicht benötigen die Jugendlichen doch mehr Zeit als es den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung lieb ist.“

Gerade im Bereich des nachträglichen Erwerbs von Schulabschlüssen böten Berufskollegs in freier Trägerschaft vielfältige Möglichkeiten, was kaum bekannt sei Mittlerweile sind über ein Drittel (34,7 %) der Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen in freier Trägerschaft, im Bereich Gesundheitswesen sogar über 70 Prozent.

Verantwortlich für den Inhalt: Eva Lingen - VDP Verband Deutscher Privatschulen Nordrhein-Westfalen e.V.

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