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VDP Sachsen-Anhalt: Arbeitsverwaltungen setzen häufig volkswirtschaftlich falsche Akzente PDF Drucken E-Mail

Magdeburg, 01. Juli 2011 – Die gestern veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für Sachsen-Anhalt weisen bedenkliche Tendenzen auf. Entgegen den Ankündigungen der Vertreter der Arbeitagenturen
und Jobcenter wirken sich die zur Verfügung stehenden reduzierten Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik vor allem negativ auf das Arbeitsmarktinstrument „Förderung der beruflichen Weiterbildung“ (FbW) aus, während gleichzeitig immer mehr Arbeitslose mit Arbeitsgelegenheiten (sog. 1-€-Jobs) „versorgt“ werden.

„Im 1. Quartal 2011 ist die Anzahl der Neuteintritte von Arbeitslosen in FbW-Maßnahmen im Vergleich zum Vorjahr nun mehr als 27 Prozent zurückgegangen, während gleichzeitig die Anzahl der Neueintritte in 1-€-Jobs um 22 Prozent gestiegen ist. Dies sind Entwicklungen, die volkswirtschaftlich völlig kontraproduktiv sind. Während man mit gezielten Weiterbildungsmaßnahmen dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenwirken könnte, führen 1-€-Jobs häufig lediglich zu einer Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit.“, so Jürgen Banse, Geschäftsführer des VDP Sachsen-Anhalt. Durch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen während der letzten Jahre wurde objektiv belegt, dass gerade Teilnehmer an längerfristigen Weiterbildungsmaßnahmen anschließend gute Eingliederungschancen in sozialversicherungspflichtige und unsubventionierte Tätigkeiten haben. Die Teilnehmer an 1-€-Jobs bleiben hingegen in fast allen Fällen nach Ablauf der Förderung arbeitslos. Daher hatten auch viele Arbeitsverwaltungen zum Jahresbeginn angekündigt, auf die in diesem Jahr gesunkenen Bundesmittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik mit einer geringeren Nutzung der 1-€-Jobs zu reagieren.

Verantwortlich für den Inhalt: Jürgen Banse, Geschäftsführer VDP Sachsen-Anhalt